
Hildegard Endner – pixelio.de
Liebe Leserin, lieber Leser,
Wenn Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen, bei Berührung oder beim Essen blutet, haben Sie sich bestimmt schon gefragt: Was kann ich dagegen tun?
In diesem Blog – als fünfter und sechster Teil unserer Prophylaxe Blogserie – beschäftigen wir uns mit dem Thema: Zahnfleisch und Zahnfleischerkrankungen.
Ein Wunsch der meisten Menschen, ein schönes und gesundes Zahnfleisch zu haben, das in einem harmonischen Verlauf die Zähne umschließt ist leider nicht immer der Fall.
Was hat das Zahnfleisch denn für eine Funktion? Eigentlich ist es kein Fleisch im eigentlichen Sinne, sondern eher ein hautähnliches Gebilde, welches durch die starke Durchblutung und die fehlende Verhornung rosa, also”Fleisch”-ähnlich erscheint. Und die Funktion ist eher eine Schutzfunktion als eine Haltefunktion für die Zähne. Darum ist es auch wichtig, die Alarmzeichen des Zahnfleisches richtig zu deuten. Wenn Sie Zahnfleischbluten und Mundgeruch oder einen faulen Geschmack im Mund haben, wenn das Zahnfleisch geschwollen und empfindlich ist, oder die Zähne “länger werden” - dann sollten Sie sich unbedingt um Ihr Zahnfleisch kümmern und Ihren Zahnarzt aufsuchen.
Diese Symptome sind Warnzeichen für eine Gingivitis, eine oberflächliche Zahnfleischentzündung. Wird längere Zeit nicht behandelt entsteht daraus eine Parodontitis.
(In dem ersten Blog unserer Prophylaxe-Serie haben wir über Parodontitis schon mal geschrieben - gepostet am 5. Juni 2012. Bitte auch dort nachlesen!)
Also: als erste Behandlungsmaßnahme lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführen. ( Lesen Sie unseren Blog dazu! Prophylaxe – Serie /Teil 2 gepostet am 14. 06. 2012)
Fester Bestandteil der Therapie ist die Entfernung aller harten und weichen Ablagerungen an den Zähnen, über und bis 2-3mm unterhalb des Zahnfleisches mit Spezialinstrumenten. Die Füllungen werden poliert, scharfe Kanten geglättet, und Tee und Raucherbeläge mit einem Pulverstrahlgerät entfernt.
Die Zahnfleischtaschen werden auch gereinigt und desinfiziert – wenn nötig, kann der Zahnarzt diese Behandlung unter örtlicher Betäubung durchführen. Es hängt von Empfindlichkeit der Zähne und Tiefe der Taschen ab.
Bei schwereren Parodontitis Erkrankungen – wenn der Kieferknochen betroffen ist – reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus. Es muß eine Parodontitistherapie erfolgen. Hierfür muß man, nach erfolgter profesioneller Zahnreinigung, den Patienten zu einer selbstständigen, möglichst perfekten Mundhygiene anleiten. Dabei werden nach dem Zähneputzen die Restbeläge mit einem speziellen Farbstoff markiert. Dann werden die Zahnzwischenräume, welche noch Beläge vorweisen, gezählt. Anschließend wird dem Patienten das Ergebnis im Spiegel gezeigt, und der Befund in eine spezielle Tabelle übertragen. Als ausreichende Hygiene wird ein Index von maximal 30% der Zahnzwischenräume mit Restbelägen erachtet. Um diesen Wert zu erreichen, müssen sich die meisten Patienten ziemlich anstrengen. Zwei bis drei Sitzungen sind oft nötig, manchmal sogar vier und mehr, um eine zufriedenstellende Mundhygiene zu erreichen. Bei diesen Prophylaxesitzungen werden dem Patienten die einzelnen Putztechniken erklärt, die Spezialinstrumente wie Interdentalbürstchen, Zahnseidenhalter, Superfloss erklärt, gezeigt und anschließend unter Anleitung geputzt. Wenn jetzt einer sagt, es ist wie bei kleinen Kindern, der hat recht. Das Problem ist, dass man nach Jahren einsamen Putzens, die wichtigen Sachen verlernt und nur nach “Gefühl” putzt.
Sind Sie jetzt müde? Erholen Sie sich, in dem nächsten Blog setzen wir unsere Serie fort!