Kunst in der Praxis

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wir freuen uns Sie informieren zu dürfen: wir haben in der Praxis eine neue Bild-Ausstellung!

Künstlerin Theresa Zellhuberhttp://www.atelier-zellhuber.de/ - stellt ihre Bilder und Skulpturen bis 22. Februar 2013 bei uns aus.

Die Bilder sind modern, spielerisch, farbenfroh und lebensfreudig. Wir hoffen, dass sie unseren Patienten diese Freude auch bereiten können.

Folgen Sie uns auch in den nächsten Blog, wo wir über die Vernissage berichten werden!

Herzliche Grüße

aus der Zahnarztpraxis Lingner

Prävention beim adulten Patienten – Prophylaxe Blogserie Teil 8

Bildquelle: Rainer Sturm – pixelio

Liebe Leserin, lieber Leser,

Als letzter Teil unserer Blogserie “Prophylaxe” möchten wir Sie über ein Präventionskonzept für Erwachsene informieren. Mit diesem Thema hat man sich auch in den Zahnärztlichen Mitteilungen Nr. 8. vom April 2012 beschäftigt.

Dort liest man überrascht, dass “in Deutschland ein präventiver und minimalinvasiver Betreuungsansatz für Erwachsene noch die Ausnahme ist”. Ebenso heißt es, manche Zahnärzte versuchen gar nicht lang, die eigenen Zähne eines jeden Patienten zu erhalten. Obwohl dies möglich wäre- bei regelmäßiger präventiver zahnmedizinischer Betreuung.

In unserer Praxis kämpfen wir um jeden Zahn.

Allerdings sollten die Chancen für eine Zahnerhaltung nach objektiven Kriterien erfolgen. Wenn bereits die Zerstörung sehr weit fortgeschritten ist, zum Beispiel: Karies bis ca. 3 mm und mehr unter dem Zahnfleischrand, eine Längsfraktur des Zahnes oder eine hochgradige Lockerung mit massivem Knochenschwund, dann helfen auch die besten Vorsätze eines Patienten und unser geballter Einsatz nicht mehr. Dann sollte man der Wahrheit in die Augen schauen und das Unvermeidliche rechtzeitig in Angriff nehmen – je länger man wartet, desto größer der Schmerz und desto komplizierter die Rehabilitation.

Das Kernprinzip des neuen “Präventions-und Minimal-Intervention-Modells”- besteht aus folgenden Schritten:

1.- der Einschätzung des Kariesrisikos – anhand der Vorschädigungen, der Vorgeschichte oder mit Hilfe von Kariestests
2.- dem Status jeder vorhandenen Läsion – nicht jede Verfärbung bedeutet Karies
3.-der Patientenführung – wie gut spricht der Patient auf unsere Ratschläge an
4.- dem klinischen Management – das betrifft vor allem unsere zahnärztliche Arbeit
5.- dem Recall – der Wunsch unsere Patienten über einen langen Zeitraum zu betreuen, denn nur so können wir bei Problemen rechtzeitig eingreifen.

Also: seien Sie nicht überrascht, wenn wir Sie an Ihren nächsten Zahnarztbesuch erinnern wollen. Wir tun es für Sie und Ihre Zähne.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen sehr, dass wir Sie auch bei unseren nächsten Blogs begrüßen dürfen.

Was Brackets Träger wissen müssen – Prophylaxe Blogserie Teil 7.

Bild: Arno Bachert – pixelio

Liebe Leserin, lieber Leser,

langsam geht unsere Blogserie zu Ende, Sie haben schon viel über Prophylaxe gelernt. Unser heutiges Thema: Brackets, oder anders gesagt- die feste Zahnspange.

Man kann viele Jugendliche, aber auch Erwachsene mit einer festen Zahnspange rumlaufen sehen.
Wer so etwas trägt, hat sich bestimmt vorher Gedanken gemacht:
Was sagen die anderen? Was sagt mein Freund/ meine Freundin dazu? Kann ich noch küssen? Muss ich mich jetzt mit Flüssignahrung ernähren? Kann ich noch Trompete spielen?
Und wie soll ich das je sauber bekommen?

Die Gedanken sind nicht unbegründet: Brackets sind Schmutzfänger, Speisereste bleiben hängen und küssen oder ein Blasinstrument spielen geht auch nur eingeschränkt. Bracketsträger müssen noch besser auf ihre Mundhyiene aufpassen. Das heißt, nach jeden Essen gründlich Zähne putzen.
Es gibt dafür spezielle Zahnbürsten, auch Aufsätze für elektrische Zahnbürsten, Superfloss und Mundduschen. Sie müssen jeden Zahn und jedes Brackett reinigen, die Zahnzwischenräume und den Drahtbügel. Mehr Teile im Mund bedeutet auch mehr Nischen, wo Speisereste hängen bleiben-und dadurch längere Zeit zum Saubermachen.

Die Empfehlung geht folgendermaßen: Erst mit der elektrischen Zahnbürste systematisch einen Zahn nach dem anderen putzen, erst die Außenseiten, dann Innenseiten und am Schluss die Kauflächen. Dann mit einer Interdentalbürste die Zwischenräume zwischen Zähnen, Bracketts und Drahtbügel. Anschließend mit Zahnseide oder Superfloss versuchen die Zahnzwischenräume zu säubern-wird nicht immer möglich sein. Und zu guter Letzt die Munddusche-das hier 2-3 Minuten nicht reichen, ist wohl klar.

Man sollte sich auch bewußter ernähren, dem Körper weniger kohlenhydratreiche Nahrung zuführen, regelmäßige Mahlzeiten ohne Happen zwischendurch und weniger zuckerhaltige und saure Getränke konsumieren. (Sagen Sie das einem Jugendlichen!)
Es dürfen keine Speisereste verbleiben – erstens, ist es nicht appetitlich, zweitens, weil die Zähne schneller kaputt gehen. Wem nutzen gerade Zähne, wenn sie denn alle Karies haben?

Ärzte ohne Grenzen

Harald Reiß – pixelio.de

Liebe Leserin, liebe Leser,

Haben Sie schon mal was über “Ärzte ohne Grenzen” gehört?

Das ist eine private medizinische Nothilfeorganisation, die seit Jahrzehnten in Kriegsgebieten, in Entwicklungsländern, in der dritter Welt oder bei Naturkatastrophen ärztliche Hilfe organisiert.

Die Organisation finanziert sich aus privaten Spenden, so kann Sie ihre Unabhängigkeit bewahren.

Die Gründer waren französische junge Mediziener und Journalisten, heute gibt es Ärzte ohne Grenzen in 19 verschiedenen Ländern.  Die Arbeit der deutschen Ärzte und Helfer organisieren zwei Büros in Berlin und Bonn.

Die Ärzte und andere Helfer arbeiten ehrenamtlich, oft unter sehr schwierigen Voraussetzungen. Sie müssen manchmal in Lebensgefahr arbeiten, wie damals in Sierra Leone oder  heute in Afganisthan. Michael Winter, Arzt sagt: “Für europäische Verhältnisse ist es unvorstellbar, dass man dort als Arzt Spezialist für alles ist: Kinderarzt, Frauenarzt und Geburtshelfer, (Unfall-)Chirurg, Internist, HNO- Arzt und  Zahnarzt.”

Neben der internationalen Helfergruppe  - mehr als 3000 Freiwillige- gibt es eine nationale Mitarbeitergruppe von ca. 15 000 Menschen – Mediziner, Techniker, Übersetzer. Die Organisation sucht weltweit Anästhesisten, Apotheker, Architekten( – für den Neubau von zerstörten Krankenhäusern), aber auch, Finanzkräfte, Hebammen, Logistiker, OP Pfleger u.s.w.

Vom 19. Juli bis 22. Juli gibt  es in München eine Ausstellung auf dem Odeonsplatz: “Überleben auf der Flucht” – “Sich einen Eindruck schaffen. Von einem Flüchtlingslager” – auf 900 Quadratmetern können die Besucher erleben, wie das Alltagsleben in einem Flüchtlingslager aussieht.

Wir werden diese Ausstellung bestimmt besuchen.

Nicht nur Ärzte arbeiten ohne Grenzen, sondern auch Zahnärzte. Diese Stiftung existiert zwar noch nicht so lange, aber sie organisiert schon jetzt wichtige Einsätze in Nepal, in der Mongolei und in anderen Entwicklungsländern.

Wir empfehlen zwei Links zu diesem Themen:http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/informieren/index.html,

http://www.dwlf.org/index.php/de/

 

 

 

 

 

 

Plan International Deutschland – was ist das?

Zukunft – Gerd Altmann – pixelio.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

Das haben Sie sicher schon mal gehört : “Werden Sie Pate!”  Wer jetzt an Marlon Brando und die Mafia denkt, liegt falsch. Es ist der Werbespruch eines unabhängigen Kinderhilfswerks – Plan International.

Plan arbeitet seit 75 Jahren, schon in 50 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Es betreut über 300.000 Patenschaften und finanziert nachhaltige Selbsthilfeprojekte, bei denen die Kinder im Mittelpunkt stehen.

Freunde haben uns auf Plan aufmerksam gemacht und so wurden auch wir Paten. Unser Patenkind wohnt auf einer Insel in Indonesien und heißt Viki.

Unter folgender Internetseite finden auch Sie den Weg zu dieser Stiftung: https://www.plan-deutschland.de

Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen und andere Informationen bekommen:

-Wie werde ich Pate?

-Was bedeutet es finanziell?

-Wie lange kann ich Pate sein?

Viele berühmte Schauspieler und Künstler unterstützen diese Hilfsorganisation, wie zum Beispiel Ulrich Wickert, Buchautor und Fernsehmoderator. Seine Worte: “Plan hilft den Kindern. Ich unterstüzte die Arbeit von Plan von ganzem Herzen und ermutige jeden, dies ebenfalls zu tun.”

Welche Projekte führt Plan durch?

- Von der Straße in den Job – Plan in Bangladesch

- Schutz vor Missbrauch und Gewalt

- Senkung der Müttersterblichkeitsrate in Kambodscha

- Mehr Wasser für Lalibela – Ethiopien

- Seelische Wunden heilen – Japan

- “Jedes Kind zählt” – Geburtsurkunde für Neugeborene

- Gegen den Einsatz von Kindersoldaten

- Because I`m a girl – Chancegleichheit für Mächen

Und noch viele mehr. Uns ist es wichtig, an solchen Aktionen teilzunehmen. Die Menschen im reichen Europa( trotz Finanzkrise) sollten das tun, was unsere Politiker versprechen und nicht halten: HELFEN!

 

Gesundes Zahnfleisch Teil II. – Prophylaxe Blogserie Teil 6.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wir setzen unseren Zahnfleisch-Blog fort.

Reiner Sturm – pixelio.de

Vor kurzem haben wir die Parodontitis-Vorbehandlung ( Lesen Sie den Blog: Gesundes Zahnfleisch- Teil I !) ausführlich beschrieben.

Ist die Vorbehandlung erledigt, wird in unserer Praxis ein Plan für die PA-Behandlung erstellt. Hierbei werden die Zahnfleischtaschen, also die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch, an sechs Stellen pro Zahn gemessen, der ZF- Rückgang, die Lockerung einzelner Zähne dokumentiert und ein spezieller Anamnesebogen mit Gesundheitsfragen ausgefüllt. Der Antrag geht zur Krankenkasse, und nach erfolgter Genehmigung (nur bei Kassenpatienten!) darf man die Behandlung durchführen.

Die eigentliche PA (Paradonitits)-Behandlung erfolgt unter Lokalanästhesie(Spritze). Hierbei werden die Taschen ähnlich der PZR (professionelle Zahnreinigung), allerdings bis zum Boden der ZF(Zahnfleisch)- Taschen, gesäubert. An zwei aufeinander folgenden Tagen, erfolgt im Sinne einer  Full Mouth Desinfection , die  PA- Behandlung, erst UK          ( Unterkiefer) dann Oberkiefer(OK). Am dritten Tage erfolgt eine Nachkontrolle mit Nachsäubern und einer Sterilisation der Taschen mittels LASER. Nach zwei und nach sechs Wochen erfolgen Verlaufskontrollen, an deren Ende eine erneute Taschenmessung steht. Anschließend werden die erzielten Werte mit den Ausgangswerten verglichen. Meist sind diese neuen Werte deutlich besser. Sollten allerdings Taschen von 5 mm und mehr persistieren, sind weitere, teilweise chirurgische Maßnahmen nötig. Wir sind durch eine gründliche Aus- und Weiterbildung in der glücklichen Lage, alle notwendigen( auch chirurgischen) Therapiemaßnahmen ausführen zu können. Im Einzelfall werden auch Kollegen der Oral- und Kieferchirurgie hinzugezogen.

Durch diese Maßnahmen haben sogar lockere Zähne eine Chance, wo früher die Zange die Therapie der Wahl war.

Nach erfolgreicher Behandlung des Zahnhalteapparates( Parodontium), kann man als Ergänzung ästhetische Maßnahmen zur Rekonstruktion von Zahnfleischschwund vornehmen. Leider werden alle microchirugischen Eingriffe sowie ein großer Teil der PA- Behandlung von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen und müssen von dem Patienten selbst bezahlt werden.

Der Erfolg einer PA- Behandlung hängt von den Ernährungsgewohnheiten, von genetischen Faktoren, von systemischen Erkrankungen(z.B. Diabetes), aber vor allem vom (nicht) Rauchen und einer guten Mundhygiene ab. Für weitere Informationen mal auf der Web-site der DGP umschauen:

http://www.dgparo.de/content07/patient.html

Für alternativ orientierte Patienten empfehlen wir auch den Link:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/parodontitis.html

 

In unserem nächsten Blog schreiben wir für Bracketträger! Wir hoffen sehr, dass Sie unsere Prophylaxe – Serie weiterfolgen!

 

Gesundes Zahnfleisch Teil I.- Blogserie Prophylaxe Teil 5

Hildegard Endner – pixelio.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wenn Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen, bei Berührung oder beim Essen blutet, haben Sie sich bestimmt schon gefragt: Was kann ich dagegen tun?

In diesem Blog – als fünfter und sechster Teil unserer Prophylaxe Blogserie – beschäftigen wir uns mit dem Thema: Zahnfleisch und Zahnfleischerkrankungen.

Ein Wunsch der meisten Menschen, ein schönes und gesundes Zahnfleisch zu haben, das in einem harmonischen Verlauf die Zähne umschließt ist leider nicht immer der Fall.

Was hat das Zahnfleisch denn für eine Funktion? Eigentlich ist es kein Fleisch im eigentlichen Sinne, sondern eher ein hautähnliches Gebilde, welches durch die starke Durchblutung und die fehlende Verhornung rosa, also”Fleisch”-ähnlich erscheint. Und die Funktion ist eher eine Schutzfunktion als eine Haltefunktion für die Zähne.  Darum ist es auch wichtig, die Alarmzeichen des Zahnfleisches richtig zu deuten. Wenn Sie Zahnfleischbluten und Mundgeruch oder einen faulen Geschmack im Mund haben, wenn das Zahnfleisch geschwollen und empfindlich ist, oder  die Zähne “länger werden” - dann sollten Sie sich unbedingt um Ihr Zahnfleisch kümmern und Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Diese Symptome sind Warnzeichen  für eine Gingivitis, eine oberflächliche Zahnfleischentzündung. Wird längere Zeit nicht behandelt entsteht daraus eine Parodontitis.

(In dem ersten Blog unserer Prophylaxe-Serie haben wir über Parodontitis schon mal geschrieben  - gepostet am 5. Juni 2012. Bitte auch dort nachlesen!)

Also: als erste Behandlungsmaßnahme lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführen. ( Lesen Sie unseren Blog dazu! Prophylaxe – Serie /Teil 2 gepostet am 14. 06. 2012)

Fester Bestandteil der Therapie ist die Entfernung aller harten und weichen Ablagerungen an den Zähnen, über und bis 2-3mm unterhalb des Zahnfleisches mit Spezialinstrumenten. Die Füllungen werden poliert, scharfe Kanten geglättet, und Tee und Raucherbeläge mit einem Pulverstrahlgerät entfernt.

Die Zahnfleischtaschen werden auch gereinigt und desinfiziert – wenn nötig, kann  der Zahnarzt diese Behandlung unter örtlicher Betäubung durchführen. Es hängt von Empfindlichkeit der Zähne und Tiefe der Taschen ab.

Bei schwereren Parodontitis Erkrankungen – wenn der Kieferknochen betroffen ist – reichen  diese Maßnahmen alleine nicht aus. Es muß eine Parodontitistherapie erfolgen. Hierfür muß man, nach erfolgter profesioneller Zahnreinigung, den Patienten zu einer selbstständigen, möglichst perfekten Mundhygiene anleiten. Dabei werden nach dem Zähneputzen die Restbeläge mit einem speziellen Farbstoff markiert. Dann werden die Zahnzwischenräume, welche noch Beläge vorweisen, gezählt. Anschließend wird dem Patienten das Ergebnis im Spiegel gezeigt, und der Befund in eine spezielle Tabelle übertragen. Als ausreichende Hygiene wird ein Index von maximal 30% der  Zahnzwischenräume mit Restbelägen erachtet. Um diesen Wert zu erreichen, müssen sich die meisten Patienten ziemlich anstrengen. Zwei bis drei Sitzungen sind oft nötig, manchmal sogar vier und mehr, um eine zufriedenstellende Mundhygiene zu erreichen. Bei diesen Prophylaxesitzungen werden dem Patienten die einzelnen Putztechniken erklärt, die Spezialinstrumente wie Interdentalbürstchen, Zahnseidenhalter, Superfloss erklärt, gezeigt und anschließend unter Anleitung geputzt. Wenn jetzt einer sagt, es ist wie bei kleinen Kindern, der hat recht. Das Problem ist, dass man nach Jahren einsamen Putzens, die wichtigen Sachen verlernt und nur nach “Gefühl” putzt.

Sind Sie jetzt müde? Erholen Sie sich, in dem nächsten Blog setzen wir unsere Serie fort!

Zahnpflege im Kindergartenalter – Blogserie Teil 4.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Heute erscheint der 4. Artikel unserer Blogserie – Prophylaxe. Wir zählen weiterhin mit Ihnen!

Gerade heute war unser Zahnfee-Team im Pfarrkindergarten Mauern – wo eine sogenannte “Gruppenprophylaxe” durchgeführt wurde.

In unserem ersten Blog vom April, haben wir schon über einen Kindergartenbesuch berichtet. Es ist wichtig, dass die Kinder schon im Kindergarten mit dem Thema “ Mundhygiene  und Zähneputzen” in Berührung kommen.

Wieso das? Viele Erwachsene meinen, die Pflege der Milchzähne sei nicht so wichtig, da diese eh durch bleibende Zähne ersetz werden. Aber so einfach ist das nicht! Damit sich die zweiten Zähne gut entwickeln können und nicht schon krank oder schief nachwachsen, sind die Milchzähne wichtig.

Was müssen Sie als Eltern tun? Sie sollten darauf achten, dass Ihr Kind möglichst wenig klebrige Süßspeisen, süße Plätzchen und zähe Bonbons isst. “Wie viel Zucker wir zu uns nehmen, ist für die Zähne nicht so wichtig – für sie sind 50 g Zucker, in Form Bonbons über den Tag verteilt, viel gefährlicher als eine auf einmal verzehrte Tafel Schokolade. Im ersten Fall entsteht Zahnbelag zehnmal je eine halbe Stunde, insgesamt also 5 Stunden lang, im zweiten Fall nur einmal für eine halbe Stunde .( König)

Also: nicht die Menge ist entscheidend, sondern die Verweildauer. Diese kann übrigens durch regelmäßige und gewissenhafte Zahnreinigung nach den Mahlzeiten und durch seltenere Zuckeraufnahme ganz wesentlich verkürzt werden.

An der Entstehung von Karies sind 3 Hauptfaktoren beteiligt:

  • Bakterien
  • Zucker
  • Zeit

Fehlt eine dieser drei Voraussetzungen, oder treten ein oder mehrere Faktoren nur abgeschwächt auf, entsteht die Krankheit nicht.

Eigentlich ist es einfach: nicht so oft zuckerhaltiges Essen oder Getränke zu uns nehmen, und wenn, dann SOFORT nach dem Essen Zähneputzen. Auf diese weise werden Nahrungreste entfernt, die Menge der Mikroorganismen wird reduziert und bei kurzer Einwirkungszeit der Säure wird der Schädigung der Zähne vorbeugt.

Sehr wichtig ist der ZEITPUNKT des Putzvorgangs: mindestens 2 mal pro Tag, nach dem Frühstück  und nach dem Abendessen – und nicht nur vor Schlafengehen!

Wenn Sie oder Ihr Kind keine Möglichkeit haben,die Zähne zu putzen, sollten sie wenigstens durch Spülen mit Wasser oder durch das Kauen eines zuckerfreien Kaugummis möglichts viele Speisereste entfernen.

Wichtiger ist, dass Ihr Kind in dem Kindergarten die Möglichkeit hat, seine Zähne zu putzen. Noch besser, wenn dieses in den Tagesablauf eingebaut ist und die Kinder mit Hilfe ihrer Erzieherinnen Zähne putzen können. Zusammen ist es immer lustiger und der Erfolg ist einprägend!

Zahnpflege bei Säuglingen und Kleinkindern – Prophylaxe Serie Teil 3.

Benjamin Thorn/pixelio.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

Letztes Mal waren wir mit der Zahnpflege der Erwachsenen beschäftigt. Aber es ist sehr wichtig, dass man regelmäßige Zahnpflege schon im Kinderalter lernt und regelmäßig betreibt. Man kann nie zu früh anfangen, seine Zähne richtig zu putzen!

Kaum zu glauben, dass Eltern an die Mundhygiene ihrer Kinder schon bei Säuglingen denken sollten! Es gilt: Vermeidung von Karies durch gesunde Ernährung, Versorgung  mit genügend Fluorid und Vermittlung einer adäquaten  Mundpflege.

Kaum Zähne und schon Karies? Das ist leider nicht mal so selten. Schon wenige Wochen die falsche Ernährung und schon haben Milchzähne Karies.Gefürchtet ist die sogenannte Flaschenkaries. Eltern meinen die Zähne ihrer Sprößlinge  nicht putzen zu müssen, denn diese haben “eh nur was getrunken.” Wenn das Kind aber aus der Flasche trinkt, zum Beispiel Tee, Milch oder später Fruchtsaft, sollte die Flasche nur so lange im Mund bleiben, wie nötig ist. Warum? Getränke wie Kindertee, Milch – aber auch Muttermilch oder Pulvermilch- enthalten Zucker, welcher die Zähne beschädigen kann. Auch, wenn die Zähne noch nicht draußen sind! Ständig “an der Flasche hängen” ist also ungesund!

Die zuckerhaltigen Getränke sind der optimale Nährstoff für Kariesbakterien, die hieraus Milchsäure produzieren. Diese Säure umspült die Zähne und entzieht ihnen Mineralien, wie Phosphat und Calcium. Durch Ausspülen dieser Mineralien entstehen Löcher im Zahn. Vor allem an den Frontzähnen sieht man dann dunkle Verfärbungen, welche durch Einlagerung von Speiseresten in diese Auswaschungen entstehen. Wenn man nicht bald eingreift, werden dann ganze Teile des Zahnes ausbrechen, bis irgendwann nur noch Schwarze Stümpfe da sind. Und wenn dann noch die Schmerzen eintreten, kann nur noch das Entfernen die Therapie sein. Also: die Eltern sind in der  Verantwortung, diese Situation zu vermeiden!

Fluorid ist wichtig für Kariesschutz. Man sollte täglich 1 mg  Fluorid zuführen. Früher hat man oft und gerne Fluoridtabletten verschrieben, heute ist man dazu übergegangen, Tabletten nur noch sporadisch zu verabreichen. Wenn man die natürliche Fluoridgabe übers Essen oder Trinkwasser nicht mit in den Tagesbedarf einbezieht, kommt es leicht zu einer Überversorgung, mit weißen Flecken auf den Zähnen und einem unregelmäßigen Zahnschmelz.

Und jetzt das Zähneputzen: Wir Eltern sollen unseren Kindern ein Vorbild sein. Daher sollen die Kleinen beim Zähneputzen erst mal zuschauen, wie wir Erwachsene Zähne putzen. Kinder werden meist automatisch alles nachmachen, am Anfang mit einer trockenen Zahnbürste, später dann mit ein wenig Kinderzahnpasta. Zuerst die Aussenflächen, dann die Innenflächen und am Schluss die Kauflächen. Erst den Oberkiefer, dann den Unterkiefer, hinten oben rechts anfangen, und mit kreisenden Bewegungen einen Zahn nach dem anderen bearbeiten. Als Motivation, können sie Ihrem Kind die Auswahl der Bürste selber überlassen –  Trocken Zähneputzen mit einer Puppe  oder mit einem Stofftier macht das Zähneputzen interessanter!

Und bitte Vorsicht: lassen Sie Ihr Kind NIE mit der Zahnbürste im Mund rum laufen! Beim Fallen kann diese zu schweren Mundverletzungen führen!( leider schon erlebt!)

Also liebe Eltern! Wir wünschen Ihnen viel Geduld und viel Spaß beim Zähneputzen mit dem Nachwuchs!

Früh übt sich…..!

Nächstes Mal beschäftigen wir uns mit dem Thema: Zahnpflege im Kindergartenalter.